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Die Ergebnisse von stack overflows diesjährigen Developer Survey sind da. Aber was heißt das für die LGBT*Community?

Writing that first line of code by gender

Interessant fand ich beispielsweise, dass Non-Binary, genderqueer und gender non-conforming echte Frühzünder sind und im Durchschnitt bereits ein ganzes Jahr vor ihren cis-Altersgenossen beginnen.

Attendents by gender

Dennoch waren nur 1,2 % der Teilnehmer Non-Binary, genderqueer oder gender non-conforming. Welche Schlüsse können wir daraus ziehen? Haben Menschen, die sich als Non-Binary, genderqueer oder gender non-conforming identifizieren nur weniger Interesse an Informatik oder schlechtere Chancen? Es ist klar ersichtlich, dass es sich hierbei um eine Männerdomaine handelt, die selbst Frauen noch lange nicht erschlossen haben.

Experience of non-binary, genderqueer, or gender non-conforming

Dennoch ist der Anteil derer, die sich als Non-Binary, genderqueer oder gender non-conforming identifizieren, die bereits bis zu 14 Jahre in der Informatikbranche arbeiten, bei 20,4 %. Bei Frauen ist dieser Wert nur bei 15,8 %.

Attendents by sexual orientation

Eine interessante Entdeckung habe ich auch bei der sexuellen Orientierung gemacht: Bei uns im Boypoint-Forum ist gefühlt jeder zweite neue Benutzer zumindest Hobbyinformatiker. Da Informatikern nachgesagt wird, sie seien introvertiert und würden sich eher für Computer als für Menschen interessieren, kann man sich dort als ungeouteter nicht-Hetero einreihen, ohne dass jemand auf die Idee kommt, unangenehme Fragen zu stellen.

Feelings of competence by gender

Beachtenswert ist zudem auch, dass Menschen, die sich als Non-Binary, genderqueer oder gender non-conforming indentifizieren, sich als kompetenter einstufen als Frauen das tun — abgesehen davon, um auf den Kommentar der Auswertenden einzugehen, bezeichnen sich ohnehin zu viele Informatiker als überdurchschnittlich — heißt das, dass Informatiker generell einfach zu sehr von sich selbst überzeugt sind oder gilt gemeinhin, dass Informatiker grottenschlecht sind und man selbst findet sich da einfach nur nicht wieder? Beides kann ich persönlich nicht bestätigen.

Most important job factors for non-binary attendents

In der letzten Statistik wurde die Auswertung in Mehrheit und Minderheit zusammengefasst. Sowohl Frauen als auch Non-Binary, genderqueer und gender non-conforming ist vor allem eine gute Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur wichtig — mehr als ein gutes Gehalt.

Fazit

Ich war überrascht, dass sich Non-Binary, genderqueer und gender non-conforming nicht sehr von Frauen unterscheiden. Das weckt Hoffnung, dass für diese die Chancen zumindest nicht schlechter als für Frauen stehen und Frauen erobern Stück für Stück auch die Informatikbranche, auch wenn diese bis auf weiteres eine Männerdomaine bleiben wird.

„This year, 1.2% of respondents identified as transgender, about double from last year. The gender identification question allowed respondents to select all that apply, and the question about transgender identity was separate from the question about gender identity.“


Ich arbeite in einem kleinen Unternehmen mit einem Frauenanteil von 0 %, dafür aber einem Schwulen — mich. Bisher hatte ich durch meine sexuelle Orientierung nicht die geringsten Probleme mit meinen Kollegen.

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