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offen hetero ist ein Roman von Bill Königsberg.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Rafe sich bei seinen Eltern outet, ist das keine große Sache — im Gegenteil: Seine Mutter ist hellauf begeistert, organisiert ein geburtstagsfeierartiges Coming-out-Überraschungsessen in einem Restaurant in der Nähe, wird Präsidentin von PFLAG vor Ort und überredet ihren Sohn, bei SpeakOUT mitzumachen. Von so viel Akzeptanz und Unterstützung der Eltern könnten viele LGBT*s nur träumen. Kaum vorstellbar, dass es Rafe an irgendetwas fehlt. Keiner mobbt ihn, denn das würde sofort Kontra von allen anderen hageln, er hat eine beste Freundin und er wird im Geschichtsunterricht zu seiner Einschätzung zu Teilen der LGBT*Geschichte gefragt.

Doch genau das stört Rafe: Immer im Mittelpunkt stehen, von seinem Vater buchstäblich auf Schritt und Tritt mit seiner Handykamera gefilmt wie ein Prominenter und alle sehen in ihm "den Schwulen", aber keiner einfach nur den Menschen, der er ist. Beim Duschen nach dem Sport ist es komisch, die Leute nehmen übersteigerte Rücksicht, wenn sie etwas sagen könnten, das diskriminierend aufgefasst werden könnte und sie gehen davon aus, dass Rafe Clichés erfüllt. Einfach so wie die anderen zu sein, ist für Rafe trotz der Offenheit und Akzeptanz in seiner Heimat Boulder also unmöglich.

Also beschließt Rafe, weg aus dem toleranten und manchmal schon übertrieben weltoffenen Boulder und auf ein konservatives Jungeninternat in Natick zu gehen. Dort will er seine sexuelle Orientierung verschweigen, um noch einmal neu anfangen zu können mit Menschen, die nur ihn sehen und keine Clichés und Vorurteile.

Der Anfang klappt gut: Er freundet sich mit den Sportlern an und kann sein Talent beweisen. Von den Freaks, von denen er auch mit einem sein Zimmer teilt, versucht er sich zunächst etwas abzugrenzen und so wie die anderen Sportler zu verhalten. Das erste Mal in seinem Leben fühlt er sich irgendwo zugehörig und als er selbst wahrgenommen. Er fühlt sich unglaublich wohl und genießt sein neues Leben.

Im Englischunterricht haben die Schüler für das Schuljahr die Aufgabe, ein Tagebuch über sich selbst zu führen. Rafes Englischlehrer, der auch die GSA leitet, weiß von Rafes Mutter, dass er schwul ist, und möchte, dass Rafe über "sein Experiment" schreibt. Rafe willigt ein, schlägt aber den Wunsch seiner Mutter aus, an der GSA teilzunehmen.

Aber natürlich kann nicht alles so einfach sein: Seine Eltern wissen nichts davon und seine beste Freundin ebenso wenig. Wie werden sie darauf reagieren, dass er einen Teil von sich selbst verleugnet? Werden sie es verstehen? Werden sie ihn weiterhin darin unterstützen? Was wäre, wenn seine Mitschüler es herausfänden? Kann man einen Teil seiner Selbst über ein ganzes Schuljahr verbergen? Und eigentlich sucht Rafe ja einen festen Freund — dafür bot sich das Schuljahr aber auch wirklich nicht an.

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